Himmel, macht das Spiel Spaß! Aber vorne angefangen. Eines Tages fand ich vom Freund als Steamgeschenk Dungeon Defenders auf meinem Gabentisch. Ein Spiel, so viel wusste ich immerhin, nach dem Tower Defence Prinzip. Dieses Genre ist absolut an mir vorbei gegangen, ich hatte kaum Ahnung, um was es da gehen könnte. Irgendwas mit Türmen und sowieso nur was für Gelegenheitsspieler.
Aber je nun, Geschenk ist Geschenk, das sollte man ehren, also flugs gestartet. Der Einstieg war sehr verheißungsvoll, die Charaktererstellung schnell gemeistert. Die Grafik schon sehr nett.

Dann die erste leichte Verwirrung, bis man den ersten Tutorial Level gestartet bekommt, und dann fängt die Steigerung der Verwirrung an. Die Sprachausgabe des Tutorials ist auf Englisch, dazu werden aber deutsche Texte eingeblendet. Nur: die verschwinden auch automatisch wieder. Und so stolperte ich durch den ersten Level. Text lesen, sich nicht von der Grafik ablenken lassen, Text verschwindet, und man hat den Inhalt noch nicht nachvollzogen, Menütaste mal gedrückt, (welche war das noch mal?), Text ansatzweise noch nachvollzogen und darüber den nächsten Textabschnitt verpasst – mal hier und da geklickt und ZACK, die erste Gegnerwelle, und was muss ich machen? …und Zisch und Bumm, Gegnerwelle vorbei und Bauphase, was ist die Bauphase, oh, wieder Text, und wusch, nächste Gegnerwelle und Zisch und Bumm und Levelaufstieg und nun bitte erst mal skillen!
Uff… da hab ich mir gedacht: das spielste mal, wenn Du alle anderen Spiele durch hast.
Nun, zwei Monate später wage ich mich noch einmal dran. Und nun ahne ich bereits, wann ich wo welche Texte lesen sollte und dann: wenn man die erste Verständnishürde mal gemeistert hat… also was soll ich sagen: absolut Klasse!
Zurück auf Anfang: worum geht es denn nun? Im Prinzip immer um das selbe: Ein Raum, ein paar Türen, ein Kristall, jede Menge Monster und ein Held. Letzteres baut auf Kosten seines Manas in einer sogenannten Bauphase Hindernisse in den Raum, die die zu erwartenden Monsterscharen daran hindern sollen, den Kristall zu erreichen und zu zerstören.

Dafür hat man ein mehr oder weniger grosses Arsenal zur Verfügung, abhängig von der gewählten, genreüblichen, Klasse (hier die Jägerin…), der Levelhöhe (zu Anfang kann man nur einen Mechanismus erstellen) des Manavorrates und der Skillung.

Das alles geht flüssg von der Hand, nichts was ein schlichtes Gemüt wie mich überfordern würde. (Ausser man geht in das Spielmenü… da hilft mir zuweilen nur try and error…)
Hat man all sein Mana verbraten oder meint, besser ginge es nicht, klopft man einmal an den zu verteidigenden Kristall:

Und es öffnen sich mehr oder weniger Türen und die Monster kommen in sogenannte Wellen. Nun kann man selber in das Geschehen eingreifen. Beschädigte Türme und Fallen können repariert werden oder man ballert sich klassenspezifisch gleich selber durch die Horden. Jäger und Zauberer sind hier die Fernkämpfer, der Ritter schmeißt sich lieber selbst in das Getümmel usw..
Sind alle Gegner einer Welle platt, geht es ans einsammeln. Manasteine, fallen gelassene Ausrüstungsgegenstände und Schatztruhen warten auf die Plünderung.
Danach geht es wieder an das reparieren beschädigter Türme und Fallen und die nächste Bauphase. Bevor die nächste Welle kommt, die je Raumlevel immer stärker wird. Bis man die letzte Welle geschafft hat und zum nächsten Level darf.
Kurz: Türme/Fallen bauen, Horden rein lassen, Horden plätten und wieder von vorne.
Und warum macht das Spaß? Für mich, ich gebe es zu, fast zu aller erst wegen der tollen grafischen Umsetzung und Inszenierung. Hier sieht und spürt man Liebe zum Spiel an jeder Ecke. Aber das alleine reicht nicht, da kommt noch dazu: die Verbesserungs und Ausrüstungslust. Bei jedem gefallenem Gegenstand wird auch mir Depp gleich gezeigt, ob sich da ein Blick lohnt: der Daumen sagt es mir…

Verbaut man nicht all sein Mana, sondern legt immer mal etwas zur Seite, kann man seine Ausrüstungsgegenstände verbessern. Und zumindest bei den Waffen merkt man diese Verbesserung sehr schnell. Und die nächste Stufe ist gleich um die Ecke, wenn ich nur diesen Level noch einmal spielen würde.
Dann zieht die Schwierigkeit erst mal gut an, aber das ermuntert einen zum weiter denken. Man könnte ja auch mehrere Klassen hoch leveln und diese dann in der Bauphase abwechselnd erscheinen lassen (dies ist erlaubt) und so den Raum mit mehr Varianten von Hindernissen pflastern. Oder noch besser: man sucht sich einen zweiten Spieler, gut, das bei mir in der Wohnung meine Frau wohnt…. und geht einen Level zu zweit an. Macht eh noch viel mehr Spaß!
Oder man geht ins persönliche Wirtshaus, und schaut beim Wirt nach, ob der noch einen besseren Ausrüstungsgegenstand hat. Und schon ist man im Sog. Ein Sammel, Aufbau, Steigerungs Suchtspiel mit einem nie überfordenden Spielmechanismus und den Kurzweilspaß eines Casualspielprinzips in Knallbunter Grafik. Mein Spiel, auf jedenfall!