Ready Player One

Gut, ein ganz klein wenig Nerdig muß man schon sein, wenn man den vollen Spaß aus diesem Buch ziehen will, aber dann!

Das Buch spielt im Jahre 2044, die Welt hat sich zu einem Städtesumpf entwickelt wie… naja, wie sich die Welt in vielen Science Fiction Geschichten eben so entwickelt. Fluchtmöglichkeit aus dem Sumpf der Trailerwohntürme bietet dem Ich-Erzähler das einstöpseln in die virtuelle Welt, eine gigantische Version unserer heutigen kleinen Versuche zwischen Second Live und WoW, so groß, daß nicht nur alle bisherigen virtuellen Welten integriert wurden, sondern gleich ganze Teile unseres sozialen Miteinanders… bis hin zum kompletten Schul- und Bildungswesen. Letzteres ausdrücklich auf non-PvP-Welten, man muß ja nicht jeden Realismus auf die Spitze treiben.

Innerhalb dieser Welt, soweit sei der Klappentext verraten, hat der Erschaffer dieser Vision ein easter egg versteckt. Wer jetzt nicht weiß, was dies ist, für den ist vielleicht die Lektüre nur halb so spannend. (Aber immerhin!) – Wer aber nur nicht weiß, was der erste easter egg der Geschichte war, der darf beherzt zugreifen.

Dieser easter egg führt den Finder letztendlich zur vollständigen Kontrolle dieser Milliarden schweren virtuellen Weltindustrie, also schon nahe dran an der Weltherrschaft. Da der Erschaffer der Welt ein an Irrsinn grenzendes Interesse an der Nerdkultur der 80er Jahren unseres letzten Jahrhunderts hatte, entwickelt sich aus der gesellschaftsweiten Suche nach diesem Ei eine komplette 80er Jahre Revivalkultur. Vom Zauberwürfel über Skateboards bis hin zu alle A-Team-Folgen wird alles wieder Bestandteil der Zukunft. Was für ein Grauen!

Aber was für ein Lesespaß, dem Ich-Erzähler bei seiner Suche über all die Computerspiele der ersten Jahre schwärmen zu hören, sehr oft dachte ich: “ach du Scheiße, genau, das gab es ja auch damals”.

In zehn bis zwanzig Jahren wird dieses Buch bei jüngeren bestimmt nicht mehr funktionieren, wenn auch die Geschichte durchaus nett geschrieben ist. Wer sich aber noch an Schriftzüge wie “Ready Player One” und Highscorelisten auf Automatenbildschirmen erinnern kann, sollte zugreifen!

Ready Player One, Ernest Cline, ISBN 978-3764530907, Penhaligon Verlag – freilich auch al eBook erhältlich ;-)

One Response to“Ready Player One”

  1. Grounder sagt:

    Bin seit gestern durch, was alleine schon sehr für das Buch spricht. Vielen Dank nochmal!

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