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Daniel?

Daniel, hast Du noch immer diese Alpträume? – Ja, jede Nacht kommen sie.

Liest man alte Schauerbücher, am besten englische, dann kommt einem heutzutage die Sprache etwas sperrig vor. Doch liest man sich dann ein, fühlt sich in das damals andere Erzähltempo und die heute teilweise hölzern wirkende Sätze hinein, ergeben auch und nicht zuletzt gerade durch diese Eigentümlichkeiten die richtige Lichtfarbe, in dem dann das Grauen sich abspielt.

So ergeht es einen auch in den ersten Minuten bei “Amnesia: The Dark Descent”, das gestern auf meinem Steam-Geschenktisch lag. (Auch hier noch einmal meinen ausdrücklichen Dank an die Norwood-Brothers! Hui!)

Noch schaut man etwas abgeklärt auf die verwendete Technik, versucht die Engine zu erraten (erste Unreal-Engine? Nein, es ist eine eigen erstellte…) und versucht den durchaus ironisch gemeinten Kommentar des Sohnes zu ignorieren. (“Wie, Du spielst ein Spiel nicht erst mal testweise mit dem Pad?”)

Und dann… wird einem schwindelig. Gleich auf den ersten Metern und der Punkt ist: vor und hinter dem Bildschirm wir einem schwindelig. Und gleichsam mit dem Avatar torkelt man, reichlich desorientiert, durch die Räume einer… ja wo bin ich eigentlich? Und wer?

Daniel heiße ich, habe wohl, so viel darf verraten werden, versucht, mein Gedächtnis mit einem Trank zu löschen (oder war es jemand anders?) und bitte mich selbst per Brief, Alexander zu töten.

Und so stolpere ich, nicht selten Kopfschmerz geprägt (diesmal zum  Glück nur mein Avatar) durch Räume, von denen ich nie weiß: sind sie real wahrgenommen? Aus der Vergangenheit? Gegenwart? Immer unterbrochen von Erinnerungsfetzen aus einer Zeit, wo manigfaltiges  Grauen in diesen (oder anderen?) Räumen stattfand.

Das ganze ist ein Puzzle. Auch wieder vor und hinter dem Monitor. Advanteruremässig sammel ich Informationshappen, die ich vor dem Monitor, und Gegenstände, die ich hinter dem Monitor zu Lösungsversuche zusammen setze.

Das Spiel zerrt mir an die Nerven. Und das ist auch gut so, das soll es auch. Ich gebe zu, teilweise auch technisch. Wenn mir das dritte mal der Todesbildschirm sagt, das ich mich im dunklem verstecken kann und ich genau im dunkeln kauernd zu Tode gekommen bin. Allerdings: man verliert nichts, man fängt meist an fast der selben Stelle wieder an.

Auch eine Karte hätte ich mir gewünscht, mag das Fehlen auch vielleicht ein Spielprinzip sein.

Noch stecke ich mitten drin, ich denke im vorderen Drittel, und ich bin gespannt, wie das Puzzle endet. Und ob es endet.

Wer sich von etwas Patina nicht abschrecken lässt, kann sich in diesem Spiel gut in Schrecken bringen lassen.

Daniel, hast Du noch immer diese Alpträume? – Ja, jede Nacht kommen sie. – Wir werden hier etwas dagegen tun können, sei versichert.

Descent

Ahhh, wie habe ich dieses Spiel geliebt. Da mache ich einmal eine eigene kleine Nostalgieverklärungsserie draus. Descent wird dabei sein!

Und heute bekomme ich, oh wie lieb und nett, über Steam ein Spiel, das sicherlich ein Remake oder ähnliches ist, geschenkt. Ich liebe Geschenke! Amnesia: The dark Descent -Hauptsache nicht schon wieder ein Horror in Egoshootersicht wie mein letztes grosses Spiel, das werd ich mir jetzt gleich als Erholung gönnen. *lacht wie irre, kreiselt mit dem Kopf und schlägt jauchzend drei mal auf die Platte, bevor er vom Stuhl fällt*

Mein ausdrücklicher Dank an die Norwood-Brothers! Ich bin sehr gespannt und dreh jetzt mein Zimmerlicht auf starkdunkel…