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Play it again…

Nein, ich will hier nicht wieder auf Diablo-III hauen, ich überlege dieser Tage nur etwas anderes. Und da kommt mir eine aktuelle Meldung zu Diablo-III gerade als Aufhänger recht. Der Community Manager Bashiok gab im offiziellen Battle.net-Forum zu, das es Schwierigkeiten mit der Langzeitmotivation beim Spiel gäbe. Wir erinnern uns? Das Spiel, von dem Blizzard sagte, das man, wenn man wirklich alles macht, etwa 15 bis 20 Stunden Zeit bräuchte. Noch schnell wieder betont: nein, ich haue jetzt nicht wieder auf ein Spiel, das ich gar nicht spiele. Ich will auf etwas anderes hinaus: ein Clou an Spielen wie Diablo, so versicherte man mir glaubwürdig (und ja, ich glaube das immer noch gerne) ist gerade der Umstand, daß man so ein Spiel nicht nur einmal spielt. Und Blizzard ist da auch knallhart: man kann beim Spielstart erst einmal nicht alle Schwierigkeitsstufen auswählen. Das Balancing ist darauf ausgelegt, das man das Spiel mehrmals spielt.

Nun bin ich selber nicht der Typ für so etwas. Nach Monaten spiele ich schon das eine oder andere Spiel noch mal, aber dann müssen es auch regelrechte Perlen sein. Bastion, Half-Life-I, Bioshock oder GTA-4 habe ich zwei mal mit Freuden neu gestartet. (Wobei bei GTA-4 mein Avatar wieder an der selben Stelle stehen gelassen wurde… *hust*)

Früher war das anders. Spiele konnten früher gar nicht durch gespielt werden. Naja, bis auf ein paar wenige Freaks, die weiter spielten, als der Programmierer gedacht hatte, und nicht selten dann das Spiel zum abstürzen brachte. Aber eigentlich sind Spiele wie Tetris, Minesweeper, Free Cell, Majong, Break-Outs etc. Endlosspiele. Und wurden auch endlos gespielt. Doch dann kamen die Geschichten erzählenden Spiele auf den Markt, und es kamen auch immer mehr Spiele auf den Markt. Man konnte nun Spiele durch spielen und danach gleich zum nächsten greifen. Und ja, Diablo kann man auch “durchspielen”. Man kann dann noch mal von vorne starten, alles wird aber einfach nur etwas schwerer, aber es ist letztendlich dann doch das selbe Spiel. Und das die Ausrüstung nun “besser” wird, ist dann manchen vielleicht doch auch zu virtuell. Denn es ändert sich ja erst mal nur ein paar interne Werte. Davon gibt es keine neue Dinge im Spiel zu sehen, außer die paar Pixel am Avatar.

Nichts anderes als früher bei Tetris. Aber da lag das nächste Spiel auch nicht um die Ecke bereit. Vielleicht ist die Zeit für marktbeherschende Endlosspiele einfach doch vorbei.

Noch mal Knüppel auf den Sack

Ich will ja nicht schon wieder auf ein Spiel hauen, das ich nicht spiele, aber dennoch, noch mal Diablo-III: was mich auch schon stören würde, wenn ein Spiel, das ich gekauft habe und angefangen habe zu spielen, ohne das ich mich wehren kann, laufend geändert wird. Abgesehen davon, daß das vielgerühmte jahrelange ausbalancieren VOR Verkaufsstart  durch Blizzard (die brauchen lange, dann kommt aber auch was tolles fertiges raus…) ja dann wohl doch nicht so doll gewesen sein kann, würde mich das schon nerven, wenn Spielfortschrittsvoraussetzungen einfach während meiner Spielphase geändert werden. (Ich nehme ja mal an, das die Patch, die Questbelohnungen und Gegnerstärke ändern, nicht freiwillig sind…)

Spielzeit

Über Incgamers=>Gamestar lese ich die Spielzeitankündigung für Diablo-3, das Spiel, das seit gefühlten 25 Jahren entwickelt, getestet, feinpoliert, verworfen und neu entwickelt wurde. Nun muß man bei Spielzeitankündigungen eh schon immer mindestens 20% Marketingschmuh abziehen. Und was sagt Blizzard nun? Wenn man sich vernünftig mit der Geschichte befasst,  sich ausgiebig mit dem Inhalt beschäftigt, und viel mit der Umgebung interagiert, dann kommt man auf 15 bis 20 Stunden.

Also noch mal von mir: jedes Fitzel Papier durchliest, jede Dialogoption durch klickert, jedes gefundene Objekt für Beute zerstört und alles laufend auf Verwendbarkeit abklopft und jeden Skillseitenzweig gegenrechnet… auf werbemässig schön gerechnete 15 bis 20 Stunden? Das macht dann, wenn man so langsam spielt wie ich, 8 bis 10 Stunden? Nach wie viel Entwicklungszeit? Nicht falsch verstehen, ein tolles Spielerlebnis kann auch zwei Stunden dauern und sich für immer im Spielerherz fest brennen, aber je nun, also… meine nur ich, das dies doch etwas knapp alles ist?

Es ist doch nur ein Spiel

Was macht Blizzard da eigentlich? Gefühlt ist Diablo-III doch schon seit zehn Jahren angekündigt. Und zwar nicht so, wie Duke Nukem immer angekündigt war, sondern mit immer wieder vorgezeigten spielbarem Entwicklungsstand. Seit der Ankündigung im Juni 2008 denke ich: was machen die jetzt eigentlich noch?

Nein, ich warte da nicht sehnsüchtig drauf, da gibt es ganz andere Spiele und die werden mit Sicherheit vor Diablo-III herauskommen, das nicht vor Anfang 2012 nun rauskommen soll.

Wenn ich das Spielprinzip von Diablo richtig verstehe, dann rennt man herum, haut und zaubert mit ordentlichem grafischen Zisch-Krach-Wumm auf Monsterhorden und sammelt wie blöde Gegenstände ein, um diesen durchaus von mir vorstellbaren Spaß lange weiter treiben zu können. Es ist also nicht so, das uns da bahnbrechende Innovationen erwarten, die in ein Spielgeschehen erst einmal hinein balanciert werden müssen wie ein Portal oder wenigstens ein Overlord, um etwas im bunten Wusel-Zisch-Wumm-hau-alles-kaputt-Genre zu bleiben.  Auch kann ich mir kaum vorstellen, das man so lange an einer Dramaturgie der Geschichte feilt, die ich nicht kenne, aber ich möchte wetten: ich könnte sie grob skizzieren.

Und bei allem Respekt: an der Grafik kann es auch nicht liegen. Die mag in Groß und in Bewegung vielleicht etwas besser aus sehen als auf den bisherigen Bildern, aber ohnmächtig werd ich bei den Videos auch nicht vor Vorfreude. Nicht falsch verstehen, ich kann mir sehr gut vorstellen, das Spiel zu spielen und richtig Spaß dabei zu haben. Und da mag dann auch jede Waffe bis in die Haarspitzen der Klasse ausbalanciert sein. Aber wir reden hier ja nicht von einer zehn-Mann Independent-Klitsche, die einen Überraschungshit raus haut, wir reden von Blizzard. Und bei allem Respekt: das Ganze ist nur ein Hack&Slay.