Shoot em up
Ein Genre, bei dem die fast komplette Spielanleitung im Namen steckt. Inzwischen als Vollbudgetspiel ausgestorben, rasant abgelöst seit Wolfensteins Zeiten durch die 3D-Shooter.
In Shoot em ups flog man zu aller erst zwischen dem rechten und linken Bildschirmrand hin und her und schoß auf alles, was sich bewegt. Dann auch von links nach rechts oder unten nach oben. Waren die Geräte in den Spielhallen den heimischen Geräten anfangs noch weit voraus, hat sich auch dies schnell geändert. Und so, wie man bis vor kurzem bei jedem Tautropfen auf einem Farnwedel noch in Entzücken ausbricht, so stierte man damals auf R-Type oder fast alle Spiele der Bitmap-Brothers.
Naval Warfare, gerade für 9,99 bei steam erschienen, ist für mich ein würdiger Shoot em up der alten Schule, ohne sich auf der Nostalgiebank auf zu halten. Angesiedelt in einer von Klischees triefenden Steampunk-Geschichte, bei der ich einmal frech, ohne das Spiel schon durchgespielt zu haben, behaupte, das sie nun wirklich kaum spieltragend ist, flitzt man mit einem von mehreren kleinen Schiffen in alle Richtungen der Kompassrose und: schiesst auf alles, was sich an Feind bewegt. Shoot em up.

So sähe heute ein Shooter aus, wenn Bitmapbrothers noch dabei wären. Dabei bietet Naval Warfare eine Bandbreite von kleinen Erweiterungen des natürlich wichtigstem Element “Dauerfeuer” wie das Ausrüsten des Schiffes,
missionsabhängiges kommandieren kleiner Begleitschiffe (mit einer wohltuend spärlichen Kommandobandbreite) und kleine Aufgabenabschnitte wie das eskortieren von Schiffen,

bergen von Kisten, ohne aber letztendlich die eigentliche Aufgabe zu ignorieren: Shoot em up bis die Knöpfe des Pads glühen! Für Genre interessierte und Nostalgiker auf jedenfall ein doch recht preiswerter Blick wert.

