Nun habe ich es mir, natürlich, doch gekauft, Portal 2. Nur damit man es nicht falsch versteht: nach den ersten paar Minuten und Testkammern bin ich immer noch schwer begeistert. Immer noch weiß ich einfach, das dies neue Paket mir gefallen wird. Und dennoch konnte ich nicht umhin, die leichten Veränderungen zum überragendem Portal, die nun nach und nach kommen, besonders kritisch zu beäugen.
Die fulminantere Präsentation, auch sicherlich darauf zurück zu führen, das Portal-2 nun beileibe keine Low-Budgetumsetzung als indipendent-Zugabe eines Vollpreisspieles wie Portal-1 mehr ist, ist dabei über viele Zweifel erhaben. Die Gratwanderung zwischen großem Kino, Widererkennungseffekt und der Tatsache, das es sich eigentlich nur um ein 3D Puzzlespiel mit kleinen in sich geschlossenen Rätselstationen handelt, meistert Valve mit Bravour.
Die ersten drei neuen Puzzle-Elemente, die ich bisher nur kennenlernen durfte, die Sprungfedern, der Laserumlenkspiegel (ältere Spieler kennen diese Laserumlenk-Rätsel aus früheren Spielen) und die unendliche blaue Brücke gliedern sich natlos ein. Sehr angenehm! Vor allem die Brücke hat es mir angetan.
Was mir aber auffällt und bisher noch nicht behagt ist das neue Wandumbauwerkzeug, dessen sich der Computer mit seinem Gegneravatar Glados bedient. Für die Zwischensequenzen? Toll! Aber innerhalb der Rätsel wird dies schon schnell als Regieelement eingeführt, das dem Spieler früh erklärt: Du kannst das ganze Puzzle eh noch nicht überblicken, werkel einfach mal drauf los: ich ändere eh dann an manchen Stellen noch das Setting.
Das war früher, meine ich, nicht so arg. Da konnte man den ganzen Parcour und den ein zu schlagenden Weg immer grob überblicken: man wusste nur nie, wie ihn einschlagen.
Bei Portal 2 sind die frühen Räumen im Vergleich zum ersten Teil schon so verwickelter und abgefahrener, das man eh kaum um die Ecke schauen kann. Man sieht Sprungfedern in der Wand und Schalter und Laser und denkt sich: ach, da gehts bestimmt erst noch mächtig weiter, suchen wir mal alle Schalter, an die ich bisher eben drankomme, drücken drauf rum, der Rest wird sich dann ergeben.
Es musste hier sicherlich auch wieder eine Balance gefunden werden aus der Tatsache, das die Sprungfedern und die sich wandelnden Wände noch größere und abgedrehtere Räume erlaubten, der Spieler aber nicht mangels Übersicht frustriert, sondern zum “fang einfach mal an” motiviert werden sollte. Ob mir dieser Unterschied gefällt, weiß ich noch nicht.
Das zweite, was sich änderte: ich meine, Glados Humor war mal subtiler. Zwischen jedem Level eine neue lustige Beleidigung. Wir klopfen uns auf die Schenkel, boah wie fies. Doch doch, ich musste auch ein paar mal bereits herzlich lachen, aber ist sie nicht arg vorhersehbar geworden in ihrem Humor?
Ach ja: war die Steuerung im ersten Teil auch so schwammig? Wenn ich im Einstellungsmenü dann gleich zwei Einstellungsmöglichkeiten für die Maus Senisibilität sehe (die mir den Effekt der schwammigen Steuerung aber nicht nahmen) denke ich: ging nicht einfach gleich “exakt”? ABER. kann auch sein, das ich meinen Lüfter nur mal wieder anschupsen muß.
Wie gesagt: ich bin immer noch schwer begeistert. Und nach einer Stunde schon etwas schreiben, ist nicht ungefährlich. Ich liebe eben nur dieses Spiel, da schau ich eben genau hin. Und bin gespannt, ob ich dann bald eine Korrektur schreiben kann, oder sich die angedeuteten Veränderungen durch das ganze Spiel ziehen werden. Und ob sich das an meinem abschliessendem Vergleichsurteil etwas ändert.
(Grafiken aus Portal- Valve)